Söğüt / Sehenswürdigkeiten / İlk hutbe
Dursun-Fakıh-Grabmal
Gründungszeit · Dorf Küre · 20 km vom Zentrum

Die Sehenswürdigkeiten Söğüts liegen im Ortskern; dieses Grabmal ist die Ausnahme. Es steht im Dorf Küre auf einem Hügel in 550 Metern Höhe und beherrscht die Umgebung. An klaren Tagen sieht man von hier aus das Şeyh-Edebali-Grabmal in Bilecik; die Luftlinie zwischen beiden beträgt 14,5 Kilometer.

Wer war Dursun Fakıh?
Ein in Karaman geborener Gelehrter. Er war Schüler Şeyh Edebalis und später dessen Schwiegersohn; damit war er mit Osman Gazi verschwägert. Bei Edebali studierte er Koranexegese, Hadith und Rechtswissenschaft.
Seine Stellung in der osmanischen Erzählung rührt daher: Nach der Eroberung von Karacahisar hielt er die erste Freitagspredigt im Namen Osman Gazis. Den Quellen zufolge war dies die erste Predigt, die als Zeichen der Unabhängigkeit des Fürstentums gehalten wurde. Dursun Fakıh gilt zugleich als erster Richter und erster Vorbeter des osmanischen Staates. Von ihm ist ein Werk erhalten, die Gazavatnâme.
Ein Widerspruch in den Daten. Die Seite des Gouverneursamts Bilecik zu Dursun Fakıh datiert diese Predigt auf den 28. September 1299. Die Geschichtsseite desselben Gouverneursamts und die Islam-Enzyklopädie der Türkischen Religionsstiftung geben die Eroberung Karacahisars und die erste Predigt jedoch mit 1289 an. Diese Differenz von zehn Jahren ist in den Quellen nicht aufgelöst.
Grab oder Gedenkstätte?
Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, und das sollte man beim Lesen wissen.
Das Gouverneursamt Bilecik stellt dies schlicht als Grabmal vor und schreibt, dass es täglich Hunderte besuchen. Die Islam-Enzyklopädie der Türkischen Religionsstiftung hingegen hält fest, dass sich Dursun Fakıhs Grab in Bilecik befindet, im Grabmal innerhalb der Şeyh-Edebali-Zawiya; sie fügt hinzu, dass ihm zwei weitere Gedenkstätten zugeschrieben werden, eine in Karacahisar und eine nahe dem Dorf Küre bei Söğüt.
Nach der enzyklopädischen Quelle ist der Bau hier also nicht das eigentliche Grab, sondern eine Gedenkstätte. Das kommt bei Gestalten der Gründungszeit häufig vor und mindert den Besuch nicht — aber man sollte wissen, was was ist.

Aus der Luft. Die gewundene Zufahrt ist gut zu sehen. 
Der Innenraum. Sarkophag, Fliesenpaneele und Leuchter. 
Die Vorderseite. Ein früherer Zustand des Baus. 
Das Grabmal, dahinter das Dorf Küre. 
Die Seitenansicht. Zypressen und die steinerne Stützmauer. 
Aus der Ferne. Das Grabmal steht auf der Kuppe.
Das Dorf Küre
Der Name könnte Ihnen bekannt vorkommen: Auch der beim Fest verteilte Heilpilaw wird hier in Küre gekocht. Beide Stationen lassen sich am selben Tag verbinden.
Anfahrt
Am 20. Kilometer der Straße Bilecik-Söğüt liegt die Abzweigung zum Dorf Küre; nach etwa 2 Kilometern erreicht man das Grabmal. Die Straße ist asphaltiert. Der Hügel wird über eine kurvige Auffahrt erreicht.
GPS: 40°04'51,21" N — 30°08'13,73" O. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es nicht; ein Auto ist nötig.
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