7. Osmanischer Sultan
Mehmed II.
Fatih, der Eroberer
- Regierungszeit
- 1444 – 1446 · 1451 – 1481
- Geboren
- 1432
- Gestorben
- 1481
Er eroberte Konstantinopel und beendete das Byzantinische Reich. Unter ihm wurde aus dem Staat ein Imperium.
Mehmed der Eroberer wurde am 29. März 1432 in Edirne geboren. Sein Vater war Sultan Murad II., seine Mutter Hümâ Hatun. Er war hochgewachsen, mit vollen Wangen und gebogener Nase, muskulös und kräftig gebaut. Er war von den größten Gelehrten seiner Zeit sehr gut ausgebildet worden; man sagt, er habe sieben Fremdsprachen beherrscht. Häufig versammelte er Gelehrte, Dichter und Künstler um sich und hatte großes Vergnügen an ihren Gesprächen. Über merkwürdige und wenig bekannte Gegenstände ließ er Abhandlungen schreiben und studierte sie. Akşemseddin, der auch sein Lehrer gewesen war, gehörte zu den Gelehrten, die er am höchsten schätzte. Mehmed war überaus kaltblütig und mutig, ein Feldherr und Verwalter ohnegleichen. Über seine Vorhaben sagte er selbst den Nächsten nichts.
Er las sehr gern und las philosophische Werke in persischer und arabischer Übersetzung. 1466 ließ er die Karte des Ptolemäus neu übersetzen und die Namen darauf in arabischen Buchstaben schreiben. In Fragen der Wissenschaft schützte er Gelehrte gleich welcher Religion oder Schulrichtung und ließ Werke für sich verfassen. Da er der Wissenschaft großen Wert beimaß, holte Mehmed bedeutende Gelehrte aus dem Ausland nach Istanbul; so kam der Astronom Ali Kuşçu zu seiner Zeit in die Stadt. Auch den berühmten Maler Bellini lud er nach Istanbul ein und ließ sein eigenes Bildnis anfertigen.
Mehmed herrschte bis 1481 und nahm persönlich an fünfundzwanzig Feldzügen teil. Er war ein Mann von Entschlossenheit und Willen, umsichtig und einer, der seine Entscheidungen unbedingt durchsetzte. In der Staatsführung war er recht streng. In der Schlacht war er sehr tapfer und ritt, um eine Flucht zu verhindern, selbst nach vorn, um die Soldaten anzufeuern.
Mit zwanzig Jahren osmanischer Sultan geworden, eroberte Mehmed II. Istanbul, beendete das elfhundert Jahre alte Oströmische Reich und nahm den Titel „Fatih", der Eroberer, an. Als der große Feldherr, der die in einem Hadith des Propheten verheißene Eroberung Istanbuls vollbrachte, war Mehmed der Eroberer ein türkischer Herrscher, der Freund und Feind durch seine hohe Begabung und sein Genie seine Macht anerkennen ließ. Der Weltherrscher, der das Mittelalter schloss und die Neuzeit eröffnete, starb am 3. Mai 1481 in Maltepe an der Gicht und wurde im Fatih-Grabmal neben der Fatih-Moschee bestattet. In den Quellen findet sich auch, er sei vergiftet worden, weil man annahm, er werde Rom erobern.
Quelle: Osmanlı Tarihi Interaktif CD-ROM (Türk Tarih Kurumu Yayınları XXXI. Dizi-Sa.2)